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Die Ökonomie der Arbeit! Arbeitszeitmodelle der Zukunft?

Im Bereich der „bedarfsorientierten Personaleinsatzplanung“ geht es oftmals darum, die zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte möglichst effizient, eben ökonomisch, einzusetzen. Was auffällt ist, dass die Rahmenbedingungen, sprich die Arbeitsverträge und die daraus resultierenden Einsatzmöglichkeiten, selten bis gar nicht zur Diskussion stehen. Warum ist das eigentlich so? Wie kommt es, dass eine 40 Stunden Woche als die häufigste Form der Arbeitszeitregelung existiert?

Durch die Tarifautonomie der Gewerkschaften in den Jahren des „Wirtschaftswunders“ wurden die Arbeitszeiten von 48 Stunden zunächst auf die 40 Stunden Woche durchgesetzt. Im Jahre 1990 wurde der nächste Schritt, die 35 Stunden Woche, für die Metallindustrie erreicht. Einige andere Branchen vereinbarten die 38,5 Stunden Woche. Durch die Globalisierung, schlechtere wirtschaftliche Entwicklung und dem dadurch zunehmenden Kostendruck sind allerdings viele Unternehmen wieder zu den alten, starren 40-Stunden-Modellen zurückgekehrt.

Besonders in Contact Centern flexible Arbeitszeitregelungen eine Erfolgsgeschichte hinter sich, die sich sehen lassen kann. Aus Sicht der Personaleinsatzplanung im Contact Center ist zumindest eine Mischung aus Voll- und Teilzeitkräften notwendig um eine Über- bzw. Unterdeckung gegenüber dem Bedarf zu vermeiden. Zunächst bedingt durch längere Servicezeiten sowie Arbeitslastspitzen zu einzelnen Uhrzeiten oder Tagen sind Teilzeitkräfte so etwas wie eine wirtschaftliche Notwendigkeit gewesen, wollte man nicht viele Stunden mit hoffnungsloser Überdeckung an Arbeitskräften arbeiten. Später war es dann der Arbeitsmarkt, der z. Bsp. in Regionen wie NRW oder Berlin auf Grund von einer guten allgemeinen Entwicklung nur noch wenige qualifizierte Vollzeitkräfte zur Verfügung stellte und man daher gerne auf Teilzeitkräfte zurückgriff.

Doch was wäre, wenn man vollends auf die 40 Stunden (5 x 8 Stunden) verzichten würde? Laut einer Studie der University of Melbourne sinken zumindest in der „Ü40“ Generation die kognitiven Fähigkeiten bei mehr als 25 Arbeitsstunden stark ab, was zur Folge hat, dass die Fähigkeiten zur Problemlösung und auch das Merkvermögen stark abnehmen. Arbeitet man unbeirrt weiter 40 Stunden pro Woche können langfristig auch körperliche Folgen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder psychische Krankheiten eintreten. Zudem gibt Ansätze wie zur Zeit in Schweden, dass eine 30-Stunden-Kraft schnell die gleiche Arbeitsleistung erbringen kann wie vorher in 40 Stunden. Mathematisch ergibt sich bei Simulation verschiedener Szenarien sogar eine Einsparung durch weniger Krankheitstage und bessere Mitarbeitermotivation. Ein anderer Grund mag ein flexiblerer Lebensweise als früher sein, beispielsweise teilen sich viele Eltern die Kinderbetreuung und auch hier macht es das Leben leichter, wenn jeder Partner nur 30 Stunden arbeitet.

Ich bin gespannt, wie die Entwicklung weitergeht. Wäre man tatsächlich nicht mehr wettbewerbsfähig, wenn es weniger (oder keine) 40-Stunden-Verträge mehr gibt? Wird die verringerte Arbeitszeit mit einem Lohnausgleich daher gehen und rechnet sich das noch? Isoliert betrachtet mag die Antwort vielleicht „Ja“ sein, fügt man der Rechnung allerdings die sinkende Produktivität bei althergebrachter Vollzeit (40 Stunden) hinzu kann die Rechnung schon anders aussehen.

Wie sehen Sie die weitere Entwicklung ? Wie gestalten Sie den Arbeitsmarkt der Zukunft?

20161120 / AREBMANN
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   
 
 
 
 
 
 
   

 
   
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